Indonesien

Gili Inseln

Nach 2 Tagen in Padang Bai ging es dann mit dem Speedboot auf die Gili Inseln, über das Hotel hatte ich bereits ein Ticket gekauft und der Transport zum Hafen war inklusive.

Am Vorabend hatte ich noch Späße darüber gemacht, dass die mich ja wohl nicht mit Gepäck auf einem Roller dahin fahren, aber genau so war es. Morgens stand ich Punkt 8h samt Gepäck bereit zur Abfahrt und dann kam dieser Junge – vielleicht 18 – auf seinem Roller angefahren und ich sollte mit meinem schwerer Rucksack hinten drauf sitzen, mein kleiner Rucksack klemmte er sich zwischen die Beine und los gings, natürlich wieder ohne Helm. Dank dem Gewicht von meinem Rucksack war ich schwer damit beschäftigt nicht hinten runter zu kippen und hoffte, dass die Fahrt nicht lange dauern wird und wir nicht stark in die Kurve fahren oder bremsen müssen 😀

Nach diesem Abendteuer stand ich an einem überfüllten Hafen und bekam ein Aufkleber mit der Aufschrift “Gili Trawangan” auf die Brust geklebt. So wurde man hier wohl den Booten zugeteilt. Nach 30 Minuten Wartezeit  ging es dann los, Gepäck wurde an Bord “geschmissen” und man konnte sich einen Platz aussuchen, zum Glück war das Speedboot eines der Größeren und es war nicht so beengt wie befürchtet. 2 Stunden hieß es dann nonstop hin und her Geschaukel, aber auf einem ganz neuen Level, nichts für Seekranke.

Auf Gili Trawangan angekommen, hoffte ich meinen Rucksack schnell zu finden, was jedoch nicht schwierig war, er lag bereits vor dem Boot im Sand und ich war bereit zum Hostel loszustiefeln.

Da kamen mir auch bereits die Pferde”Taxis” entgehen, mit lauten Gehupe und Geschrei. Der erste Eindruck der Insel war ziemlich hektisch und laut, viele Touristen und vor allem viele junge Leute die bereits mittags am Feiern und Trinken waren – das Mallorca von Indonesien.

Nach einem 1km langen Fußmarsch durch schwarzen Sand bin ich am Hostel angekommen und ich direkt darauf aufmerksam gemacht, meine Schuhe auszuziehen, also hieß es von da an nur noch Barfuß durchs gesamte Hostel – sehr gewöhnungsbedürftig, vor allem im Bad.

Die Jungs vom Hostel waren cool drauf und mir wurde direkt das komplette Hostel gezeigt, was in jeder Hinsicht einzigartig war, noch nie war in einem vergleichbaren. Alles war offen, das Dach bestand nur aus Bambus, die Chillout Area gab es Hängematten und Sitzsäcke, in jedem Winkel gab es was zu entdecken – da mal eine Fernsehecke, dann eine Leseecke und ein großer Außenbereich mit Bar.

Der erste Eindruck war somit mal nicht schlecht, nur wusste ich was mich erwartet, wenn alles offen ist -> Haustiere 😀

Man bekam auch keine Schlüssel für das Zimmer, hier stand wohl alles offen :-/

Das Zimmer war auch eher ein Wandschrank, 3 Betten standen dicht nebeneinander und Platz zum Stehen gab es nur für eine Person, keine Ahnung wie sich hier 3 Personen gleichzeitig aufhalten sollen….aber wird schon irgendwie gehen – dachte ich mir.

Am Abend fand dann direkt ein Bonfire stand, ein Lagerfeuer am Strand  – vom Hostel organisiert. Eine gute Gelegenheit neue Leute kennenzulernen.

Dort habe ich dann auch die Truppe kennengerlernt, mit denen ich die nächsten 3 Tage verbracht habe.

Danach ging es dann zur Partymeile, eine Bar/Club nach der anderen und auf den Straßen war auch einiges los. Und wieder musste ich feststellen wie sehr es mich an Mallorca erinnert. Auch der Altersdurchschnitt war vergleichbar, 18 bis Anfang 20 und ich fühlte mich dafür schon fast zu alt 😀

Aber wir hatten unseren Spaß und sind bis in die Nacht durch die Bars gezogen.


Am nächsten Tag hieß es dann für mich ab zum Tauchkurs für Einsteiger – “Intro” wie sie es dort nennen. Das erste Mal, dass ich samt Sauerstoffflasche auf dem offenen Meer tauchen ging, dementsprechend war ich aufgeregt und dank meinem Kater auch nicht ganz so fit, wie man dafür wohl sein sollte. Aber ich wollte nicht kneifen…. Zuerst gab es ein Probetauchen im Pool mit Einführung/Erklärung der Ausrüstung und der Handzeichen, die der Tauchlehrer unter Wasser geben wird.

Nach dem Anziehen des Neoprenanzuges und Anlegen der Ausrüstung ging es ins Wasser, in dem Moment, in dem wir abtauchen und durch das Mundstück atmen sollten, passierte es – PANIK – das ungewohnte Gefühl, dem Körper zu signalisieren –  atme unter Wasser – dann das schwere Ausatmen und die ganzen ausströmenden Blasen um einen herum, die die Sicht versperrten -> verursachten die maximale Panik in mir und ich tauchte sofort wieder auf.

Der Tauchlehrer versuchte mich daraufhin zu beruhigen und wollte das ich ruhig atme, was aber unmöglich war. Der Gedanke auf dem offenen Meer unter Wasser zu sein und solche Panik zu bekommen und dann nicht schnell auftauchen zu können, machte mir Angst und in dem Moment stand ich kurz davor alles abzubrechen, für mich war klar, ich werde nicht auf das Boot steigen. Gott sei Dank, habe ich es weiter versucht und nach ein paar Versuchen verlangsamte sich meine Atmung und man “gewöhnte” sich an den Druck beim Ausatmen und die Blasen um sich herum. Dann kam aber noch das unter Wasser Brille putzen und der Druckausgleich der Ohren dazu, gleichzeitig sollte man noch lange ausatmen um weit genug zu sinken und dann sollte man noch auf die Zeichen des Tauchlehrers achten. Ich dachte mir nur “WTF wie soll das alles gleichzeitig funktioniert, ich war schon genug damit beschäftig einfach nur zu atmen, das vergisst man leicht mal unter Wasser, weil man es einfach null gewohnt ist – ist ja klar. Bin ja auch kein Fisch 😀

Aber dann ging es auch schon los, alle ab aufs Boot und nach 15 Minuten waren wir an der Tauchstelle angelangt. Ausrüstung anlegen, rückwärts zum Wasser sitzen und nach hinten fallen lassen. Dann erstmal Orientierung finden und auftauchen 😀

Ja und dann ging es wirklich los, die Luft wurde aus der Weste gelassen und man begann zu sinken, dank dem Gewicht um die Hüften und dem Tauchlehrer, der einen an der Hand in die Tiefe zog, ging das recht schnell und ich bemerkte schnell den ständigen Druck in den Ohren und musste direkt Multitasking betreiben, einatmen – lange ausatmen (um zu sinken) Druckausgleich durch die Ohren, Brille putzen und natürlich das Schwimmen nicht vergessen, um hinterherzukommen.

Auf dem Meeresboden angelangt war es dann ein super Gefühl, ich hatte den Dreh raus und entspannte mich etwas. Die Blasen die im Pool ständig vor meinem Gesicht/Blickfeld waren und mit die Panik ausgelöst haben, gingen durch die Fortbewegung seitlich vorbei und so war meine Sicht frei und der Tauchlehrer immer im Blickfeld – das beruhigte. Und nach ein paar Minuten konnte ich sogar meine Umgebung wahrnehmen und realisierte erstmal, dass ich gerade auf dem Meeresboden tauche und ich bemerkte die Fische und sogar 2 Meeresschildkröten. Leider waren die Korallenriffe hauptsächlich abgestorben und es sah recht traurig aus, aber ich war trotzdem beeindruckt und die 45 Minuten gingen wie im Flug vorbei und dann hieß es auch schon wieder auftauchen, was genau so lange dauert und den Druck auf den Ohren auslöst wie das Abtauchen. Und in dem Moment habe ich es auch nicht wirklich gecheckt, der Tauchlehrer hat mir ein Seil in die Hand gedrückt und an der Weste gepackt, im ersten Moment dachte ich wir tauchen noch weiter runter. Das war ein komisches Gefühl, dann plötzlich an der Wasseroberfläche zu sein, obwohl ich das Gefühl hatte wir tauchen tiefer 😀

Aber ich weiß sicher, dass das nicht mein letzter Tauchgang war und ich möchte bald den Tauchschein machen, um dann überall Tauchgänge machen zu dürfen. Einfach ein einzigartiges Erlebnis und unbeschreibliches Gefühl.

Leider gibt es keine Bilder von dem Tauchgang, weil ich das Pech hatte einer Gruppe zugeordnet worden zu sein, bei der kein Fotograf mitgeschwommen ist, aber vielleicht das nächste Mal 🙂

Abends gab es dann wieder Trinkspiele und Partystimmung im und außerhalb des Hostels.

Nur kurz bevor wir zu den Bars losziehen wollten, kamen meine Zimmermitbewohner aufgeregt auf mich zugerannt, “there is a mouse in our room and it tried to get into your stuff” whaaaat?!?!? …eine Maus wollte in meine Sachen? – war ja wieder klar, dass es mich erwischt. Wie ich dann noch erfahren hab, haben die Jungs vom Hostel meinen kompletten Rucksack ausgeräumt um die Maus zu suchen. Also nicht nur eine Maus war an meinen Sachen sondern auch noch die Jungs – super geil, dachte ich mir, das kann ich ja brauchen 😀

Meine Laune war direkt am Tiefpunkt angelangt und die Nächte danach mit dem Hintergedanken, da springt eine Maus im Zimmer rum, alles andere als angenehm. Sie war wohl auf der Suche nach etwas Essbarem und da ich so blöd war ein halbes Sandwich in meinem Rucksack zu lassen, bin ich wohl selber schuld. Ab dem Tag an, habe ich penibel darauf geachtet, nichts Essbares mehr rumliegen zu lassen – wieder was dazu gelernt 😀


Am nächsten Morgen war ich bereits mit Sarah aus England für den Strand verabredet, wir wollten unbedingt schnorcheln gehen und mit Schildkröten schwimmen, die sich hier in der Nähe des Strandes aufhalten.

Also ging es samt Schnorchelausrüstung zum Strand und ab ins Wasser, nach 30 Minuten verzweifelter Suche und dutzenden Quallen die einem entgegen kamen und unangenehm auf der Haut waren, ging es enttäuscht zurück an Strand, das war wohl nichts.

Aber dank meiner GoPro sind trotzdem ein paar tolle Bilder unter Wasser entstanden…

Am Nachmittag haben wir uns dann noch ein Fahrrad ausgeliehen um einmal die Insel zu umrunden, war dann doch eine ziemlich weite Strecke und sehr anstrengend, da man oft durch den tiefen Sand schieben musste aber das war es wert. Auf der anderen Seite haben wir dann die Schaukel gefunden, passend zum Sonnenuntergang 🙂

Dann ging es zum Night-Market, super lecker und sehr günstiges lokales Essen 🙂

Abends dann das selbe Spiel wie die Abende davor, gemütlich trinken im Hostel und dann ab in die Bars. An dem Abend hat Deutschland gegen Südkorea und gleichzeitig Schweden gegen Mexiko gespielt und das halbe Hostel ging in eine Irische Bar um sich die Spiele anzuschauen. Das erste Mal dass es zeitlich gepasst hat und ich ein Spiel sehen konnte und dann die Enttäuschung   – VERLOREN! – OMG :-/


Dann ging es für mich weiter zu der nächsten Insel Gili Air – eine Mischung aus Gili Trawangan (Partyinsel) und Gili Meno (Entspannung pur)….ich habe dort aber eher die Entspannung gesucht, nach 3 Tagen feiern und Party und viele Menschen, war das angebracht 😀

Nachdem ich mir eine Schnorchelausrüstung besorgt hatte, wollte ich mein Glück erneut probieren und ging auf Schildkröten suche. Von weitem sah ich eine Frau die was zu verfolgen schien und ich hatte Glück, sie winkte mich zu sich her und schrie “Turtle” wie sich schnell herausstellt, war sie ebenfalls eine Deutsche und wir verfolgten daraufhin gemeinsam die Schildkröte und entdecken bereits nach kurzer Zeit eine zweite, VIEL größere.

Mit meiner GoPro sind wieder ein paar tolle Videos und Bilder entstanden.


Am nächsten Tag habe ich mir ein Fahrrad ausgeliehen um einmal um die Insel zu fahren, was mir aber keiner gesagt hat, war, dass die halbe Insel nicht mit dem Fahrrad befahrbar ist, also musst ich das Rad die halbe Strecke durch tiefen Sand schieben, ich war fix und fertig als ich wieder am Ausgangspunkt angelangt war. Aber ich habe wunderschöne einsame Strände auf der anderen Seite entdeckt, leider erst recht spät am Abend und somit konnte ich nicht viel Zeit dort verbringen, aber es hat sich trotzdem gelohnt.

Abends habe ich mich dann mit Sarah und Jasmin, die ich in Gili Trawangan kennengelernt habe, getroffen. Dann waren wir gemeinsam am Strand , den Sonnenuntergang anschauen und anschließend lecker lokal essen 🙂


Am nächsten Morgen hatte ich mir extra den Wecker auf 6 Uhr gestellt um auch mal den Sonnenaufgang zu sehen – und es war einfach traumhaft. Einsamer Strand, alles ruhig um einen herum und die hammer Aussicht….

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