Bali,  Indonesien

Canggu

Nach Vancoucer Island hieß es Wohnmobil abgeben und anschließend ab zum Flughafen, nur leider waren wir dort zu früh – ganze 8 Stunden zu früh 😀

Dank der Abgabezeiten der Mietstation waren wir gezwungen samt Gepäck bereits mittags zum Flughafen zu gehen, obwohl unser Flug nach Bali erst um 2h nachts starten sollte.

Da Check-in auch erst 3 Stunden vorher möglich war, hieß es im Foyer des Flughafens – total gemütlich ‘NICHT’ – 8 Stunden sich zu beschäftigen. Am Anfang war es auch ganz ok, ich hab mir Serien angeschaut und Tobi hat gelesen oder am Handy gespielt. In dem Moment als ich mich für ein paar Minuten hinlegen wollte, kam plötzlich diese chinesische Reisegruppe und hat uns quasi umzingelt :-D…auf einmal wurde wild umgepackt, Koffer auf, hin- und herspringen, Koffer zu …..wir dachten nur “WTF, was passiert hier gerade?” Dann noch diese Diskussionen in einer Lautstärke, da war an Schlaf nicht zu denken. Ich hab Tobi nur einen bestimmten Blick zugeworfen und er wusste Bescheid – ein neuer Platz musste her. Also mit Sack und Pack eine neue Sitzgelegenheit gesucht :-D…wir waren froh als es endlich losging.

Der Flug an sich war zwar lange und anstrengend, aber wir hatten eine 3-er Sitzreihe für uns und da es ein Nachtflug war, war es ziemlich ruhig und wir konnten ein paar Stunden schlafen.

Nach 2 Tagen Anreise dann endlich in Bali angekommen-> der KULTURSCHOCK schlechthin. Uns wurde gesagt, dass ein Fahrer mit einem Schild mit unserem Namen in der Empfangshalle auf uns wartet. Nur standen da plötzlich Dutzende an Männern mit Schildern in der Hand, und alle 2 Meter wurde man von Taxifahrern bedrängt, die einen zum Hotel fahren wollten. Tobi war bereits in seinem “Ich bin am Arsch und mach nichts mehr – Modus” und ich war wild am Rumrennen um einen Bankautomaten zu finden, da hier so gut wie alles bar bezahlt werden muss. Dann wurde erstmal Tobi gesucht, der auf halber Strecke einfach stehen blieb 😀 und dann den Taxifahrer, der nach unserer 2-stündigen Verspätung immer noch geduldig gewartet hat, daher habe ich ihn dann auch in den Massen irgendwann gefunden und es konnte losgehen. Total fertig und ziemlich angenervt, dann der nächste Schock. Das Chaos auf den Straßen, ich war unter Hochspannung, als ich gesehen hab wie nah die Autos und Roller aneinander vorbeifahren und wie aus 2 Spuren, plötzlich 5 wurden, der Gehweg als Straße diente und an den wenigen Ampeln über rot gerast wurde. Ich saß in dem Taxi und musste meine Augen schließen um nicht ständig zusammenzuzucken. Ich dachte mir nur, wo bin ich denn nur hier gelandet, ich will sofort zurück nach Kanada.

Natürlich war das ein Unterschied wie Tag und Nacht für uns, von den breiten weiten Straßen von Kanada mit viel Ruhe und wenig Menschen nach Bali mit diesen Massen an Menschen und den engen vollen Straßen. Und irgendwie waren wir dafür null vorbereitet. Für 20km haben wir dann auch über 1 Stunden gebraucht und waren heilfroh als wir sicher in der Unterkunft, eine kleine Villa mit eigenem Garten und Pool, angekommen sind.

Der erste Eindruck war super, tolle Ausstattung und top gepflegt.

Nachdem ich dann aber das Schlafzimmer beziehen wollte und mich eine rießengroße Spinne im Moskitonetz entgegen kam, war jedoch die erste Begeisterung vorbei. Und ich habe wirklich keine Phobie gegen Spinnen, aber selbst für mich war das Viech eindeutig zu groß und zu schnell, einfangen undenkbar. Nachdem dann Tobi aus dem anderen Zimmer noch geschrien hat ” hier ist ein Frosch ” und ich im Bad einen großen Gecko entdeckt hatte, war mir klar – wir sind hier nicht alleine :-D.

Nachdem es dann hieß es würde täglich eine Putzfrau kommen aber dass sie wegen einem Feiertag 2 Tage frei hätte, dachten wir noch, dass sei ja kein Problem….Aber nach der ersten Nacht wurde ich eines Besseren belehrt. Ich musste feststellen, dass nachts ein Tier direkt über meine Kosmetik gekackt hatte, aber es war so nett meine Zahnbürste auszulassen :-D. Selbst nachdem ich es in der zweiten Nacht umgestellt hatte, das gleiche Spiel, am Morgen war Scheiße auf meinen Sachen.

Nicht mit mir, dachte ich…und habe ab da an eine Tüte über meine Sachen gelegt, das hat sie wohl abgeschreckt, aber Scheiße lag trotzdem jeden Tag rund um mein Waschbecken und im Waschbecken 😀

Aber damit sollte man wohl rechnen, wenn man eine offene Villa hat und in Indonesien ist das ja nicht untypisch und wir konnten irgendwann auch darüber lachen und kamen damit zurecht. Vor allem Tobi hatte seinen Spaß, weil es eh meistens nur mich erwischt hat. Ich lag wie jeden Tag in der Hängematte und habe gelesen, als ich plötzlich dachte es regnet, da mich mehrere Tropfen auf dem Kopf/Gesicht erwischt hatte, aber als ich mich dann umschaute und keinen Regen sehen konnte, folgte der Geruchstest “das ist Pisse!!!!” jetzt hat mich doch tatsächlich ein Viech, vom Dach über, mir auf den Kopf gepisst. Tobi brach daraufhin in Gelächter aus und ich hab mich eine halbe Stunde geduscht und ab da an die Hängematte gemieden :-D…


So vergingen die Tage mit immer wieder neuen Tierbegenungen – Fledermäuse, Eidechsen, Vögel, Katzen, Frösche, Geckos, Spinnen – alles unsere Haustiere :-D… Als es dann nachts über unserem Schlafzimmer, unter dem Dach, mit lautem Rascheln und Quietschen losging, dachten wir noch es wären die Geckos die sich ihr Nest dort eingerichtet hatten. Aber als wir dann abends gesehen haben, wie eine RATTE aus dem Loch unterm Dach heraussprang, war uns klar, dass auch Ratten ihr Nest dort haben könnten. Wenn ich eine Phobie vor Tieren hab, dann vor Ratten, also hat mich ab dem Zeitpunkt jedes Rascheln tierisch angeekelt. Aber wir konnten nichts dagegen machen :-D, ich war nur froh, dass sie mir nicht nochmal begegnet sind.

Aber neben den Tieren hatten wir 10 tolle Tage dort und konnten viel am Pool und in der Villa entspannen, da wir essen bestellen konnten und eingekauft hatten, mussten wir nicht viel außerhalb der Villa verbringen, was Tobi sehr recht war. Er konnte sich garnicht mit dem Land anfreunden, der Weg zum Supermarkt zu Fuß auf Straßen, die nicht wirklich welche sind, ohne richtigen Gehweg oder Verkehrsregeln, und die Massen an Menschen, der Dreck, die Gerüche, hat ihm schon gereicht.

Einen Tag haben wir uns jedoch “raus getraut” und sind zum Strand gefahren. Dort waren wir dann auch in einem tollen Restaurant.


Tobi und sein Parmesan-Haufen (das einzige Mal, dass er mich gebeten hat, ein Bild von ihm zu machen 😀

Und so vergingen die Tage wie im Flug und plötzlich hieß es Abschied nehmen, nach 5 Wochen gemeinsam auf Reisen, war das natürlich alles andere als einfach, sehr traurige Stimmung an diesem Tag :-(….

Und nun war ich plötzlich wieder alleine unterwegs :-/ , für Tobi ging es mit dem Taxi an Flughafen und mich hat ein anderes Taxi nach Ubud gefahren.

 

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